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Waschbären in Hünstetten

Aktualisiert: 15. Okt. 2023




Waschbären gehören zur Gruppe der Neozoen, so bezeichnet man eingeschleppte oder zugewanderte Tiere, die häufig als Bedrohung für die einheimische Flora und Fauna angesehen werden.

Die ersten zwei Pärchen wurden 1934 am Edersee ausgesetzt und ein paar Jahre später entkamen in Berlin einige Exemplare aus einer Pelztierfarm. Rund um den Edersee und die Müritz in Brandenburg fanden diese Tiere ideale Lebensbedingungen und begannen sich rasant zu vermehren. Der Waschbär hat sein Verbreitungsgebiet in den letzten Jahren verdoppelt und kommt mittlerweile in fast allen Regionen Deutschlands vor. Auch bei uns sind die nachtaktiven Tiere längst heimisch.


Sie sind Allesfresser und ernähren sich je nach Jahreszeit von Schnecken, Fischen, Obst und Nüssen. Leider aber auch von Eiern und Jungvögeln und das macht sie zu Nesträubern.

Nicht nur Bodenbrüter werden Opfer, sondern auch Nester in Bäumen und Höhlen. Nicht einmal Nistkästen sind vor ihnen sicher, denn mit ihren Vorderpfoten, die wie eine Hand ausgebildet sind, können sie in die Kästen greifen. Manche Vögel wie z.B. das Birkhuhn im Knüllwald sind durch den Waschbären so massiv bedroht, dass sie kurz vor der Auslöschung stehen.


Ursprünglich lebten Waschbären in Baumhöhlen, vielleicht auch mal in einem verlassenen Fuchsbau. Doch mittlerweile haben sie Dörfer und Städte als Lebensraum erobert.


Sie finden dort in Containern, Mülleimern und Komposthaufen massenweise Nahrung, Katzen-, Hunde- oder Vogelfutter werden auch gerne gefressen. Leere Speicher, Dachböden und Schuppen werden als Quartier und Kinderstube bezogen und wer je ein Waschbärklo betreten hat, wird diesen Geruch nie mehr vergessen. Nach Auszug, der selten freiwillig geschieht, muss meistens generalsaniert werden, denn die putzigen Kerlchen zerstören so ziemlich alles, was ihnen in die Quere kommt. Die bis zu neun Kilo schweren Tiere können sehr aggressiv reagieren, sie beißen und kratzen, deshalb sollte man auf Abstand bleiben.


Aber wie wird man sie nun wieder los? Da Waschbären dem Jagdrecht unterliegen, sollte man den örtlichen Jäger informieren, der auf Wunsch eine Lebendfalle stellen kann. Dazu bedarf es einer Sondergenehmigung des Ordnungsamtes bzw. der Unteren Jagdbehörde, da innerhalb des Ortes in der Regel nicht gejagt werden darf. Gefangene Waschbären werden dann außerhalb des Ortes getötet.


Da man Waschbären kaum vom eigenen Grundstück fernhalten kann, sollte man möglichst alle Luken, Löcher und andere Öffnungen gut verschließen, aber Achtung: Waschbären können Riegel aufschieben, Türklinken drücken, Kabel, Draht und Seile durchbeißen. Es hilft auch, nichts Interessantes (Fressbares!) greifbar zu haben. Vogel,- Katzen,- und Hundefutter abends wegpacken, Mülltonnen in einen Container mit Vorhängeschloss und zur Not den Kompost mit Draht einpacken oder mal eine Zeitlang stilllegen.


Sogar die EU hat den Waschbären als invasiven Schädling eingestuft und fordert ihre Mitgliedsländer auf, die Jagd massiv zu intensivieren. Während vor zehn Jahren in Deutschland noch etwa 70.000 Tiere zur Strecke kamen, waren es in 2022 bereits über 200.000.



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